Familie als Überwachungsstaat
Familie
als Überwachungsstaat
Nicht die SED nicht der KGB sondern die eigene Familie.
Jedes Wort fein säuberlich abgewogen, jeder Blick kritisch beäugt, jede Bewegung
ihrer Absicht hinterfragt.
Die Dogmen werden schon Babys statt der Muttermilch
eingeflösst, wer sich daran verschluckt oder wem sie nicht schmecken steht auf
der Abschussliste. Ein Nachfragen nach dem Warum oder wofür wird nicht
geduldet, jeder Zweifel wird im Keim erstickt. Es gibt nur gut oder böse und
wer nicht für uns ist, ist automatisch gegen uns.
Alliierten gibt es keine und auch keine
Rosinenbomber. Dafür wimmelt es nur so von strafenden Blicken und dunklen
Gestalten die nur darauf warten das wir einen Fehler machen. Wehe dem wir wagen
uns um Haaresbreite nur aus dem Kreis des erlaubten zu treten, der doch so eng
gezirkelt ist...
Bestraft werden wir wie es das Gesetz verlangt,
Gesetze welche sie selbst geschrieben haben. Nicht bei Wasser und Brot in einer
Zelle, nein das wäre zu einfach. Die Strafe heisst vielmehr Liebesentzug, nicht
Beachtung, Hoffnung geben indem man ihnen anvertraut, wo der sicherste
Fluchttunnel ist, um dann am anderen Ende mit einer Kalaschnikow in der Hand
und einem fiesen lachen im Gesicht zu warten .
Weil sie flüchten wollten aus dem engen Kreis der
ihnen die Luft fast abschnürte. Weil sie das kommunistische Regime nicht länger
ertragen wollten, und weil jene Angst haben, grosse Angst sogar ihren sicheren
Staat ihre Heimat und Familie zu verlieren. Deshalb stehen jene auf der
Abschussliste die anders sind als der Rest der Sippe, wer nicht für uns ist,
ist automatisch gegen uns... Peng
(C) Anja Flieder
Es macht neugierig und fragt nach mehr.
Danke !