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Anja Flieder
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Leseproben

14. Mär. 2015, 2 Kommentare
Es sind diverse Texte aus meinem Buch als Leseproben online.

Familie als Überwachungsstaat
Nicht die SED nicht der KGB sondern die eigene Familie. 
Jedes Wort fein säuberlich abgewogen, jeder Blick kritisch beäugt, jede bewegung ihrer Absicht hinterfragt. 
Die Dogmen werden schon Babys statt der Muttermilch eingeflösst, wer sich daran verschluckt oder wem sie nicht schmecken steht auf der Abschussliste. Ein Nachfragen nach dem Warum oder wofür wird nicht geduldet, jeder Zweifel wird im Keim erstickt. Es gibt nur gut oder böse und wer nicht für uns ist, ist automatisch gegen uns. 
Alliierten gibt es keine und auch keine Rosinenbomber. Dafür wimmelt es nur so von strafenden Blicken und dunklen Gestalten die nur darauf warten das wir einen Fehler machen. Wehe dem wir wagen uns um haaresbreite nur aus dem Kreis des erlaubten zu treten, der doch so eng gezirkelt ist...
Bestraft werden wir wie es das Gesetz verlangt, Gesetze welche sie selbst geschrieben haben. Nicht bei Wasser und Brot in einer Zelle, nein das wäre zu einfach. Die Strafe heisst vielmehr Liebesentzug, nicht Beachtung, Hoffnung geben indem man ihnen anvertraut, wo der sicherste Fluchttunnel ist, um dann am anderen Ende mit einer Kalaschnikow in der Hand und einem fiesen lachen im Gesicht zu warten .
Weil sie flüchten wollten aus dem engen Kreis der ihnen die Luft fast abschnürte. Weil sie das kommunistische Regime nicht länger ertragen wollten, und weil jene Angst haben, grosse Angst sogar ihren sicheren Staat ihre Heimat und Familie zu verlieren. Deshalb stehen jene auf der Abschussliste die anders sind als der Rest der Sippe, wer nicht für uns ist, ist automatisch gegen uns... Peng


(C) Anja Flieder


Der letzte Abschied
Da stehst du nun, auf wackligen Beinen an deinem Fenster, die dir beinahe ihren letzten Dienst versagt hätten, doch dein Wille ist ungebrochen und stark. Deine Augen folgen meinem Schritt als könnten sie mir durchs Glas hinzurufen: „Ich bin hier, ich sehe dich!“ Sie sind müde geworden über die Jahre und haben dennoch an Glanz nicht verloren. In ihnen spiegeln sich Liebe und Vertrauen, jene Eigenschaften, die du verinnerlicht hast.

Ich winke dir in dem Wissen zu, dass es das letzte Mal sein wird. Trauer und Einsamkeit überfallen mich, wie ein Dieb in dunkler Nacht. Obwohl meine Seele schmerzt und alles in mir zu wanken beginnt, schenke ich dir ein Lächeln. Denn du stehst dort oben am Fenster, in dem Wissen, dass es das letzte Mal sein wird, dass deine Beine dich tragen und deine Augen mir folgen werden…

Darum schenke dir ich ein Lächeln, in meiner schwersten Stunde, wenngleich mir zum Weinen zumute ist…

(c) Anja Flieder

Gewaltige Metamorphose

23. Oktober, 2015 um 14:44 Uhr, 1 Kommentar  
Ein neues Buch geht in den Druck. 62 Autorinnen und Autoren, haben Texte zum Thema: Gewaltige Metamorphose geschrieben. Gerne können Sie sich die Unten stehende Information dazu durchlesen . 





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